
Foto von Petra Tielen: Engel der Einfachheit auf Leinwand
"Je mehr ich über Reiki gelernt habe, desto mehr habe ich verstanden, dass seine größte Kraft in seiner Einfachheit liegt."
Während meiner Ausbildung zur Reiki-Meisterin stellte mir meine Lehrerin eines Tages eine scheinbar einfache Frage:
„Welche Reiki-Systeme gibt es eigentlich heute?“
Eine Frage, die mich zunächst einfach neugierig machte.
Doch je mehr ich mich mit ihr beschäftigte, desto mehr wurde mein Forschergeist geweckt. Schon immer wollte ich Zusammenhänge verstehen und den Dingen auf den Grund gehen. Eine einfache Antwort hat mir selten genügt.
Also begann ich zu recherchieren. Ich las Bücher, suchte nach historischen Quellen und verglich die Entwicklung der verschiedenen Reiki-Linien.
Was als kleine Ausbildungsaufgabe begann, ließ mich nicht mehr los. Je mehr Antworten ich fand, desto mehr neue Fragen entstanden.
Schließlich hielt ich keine kurze Ausarbeitung in den Händen, sondern eine rund 30-seitige Abhandlung über den Ursprung und die Entwicklung der Reiki-Systeme.
Rückblickend hat diese Recherche mein Verständnis für das traditionelle Usui-Reiki nicht verändert – aber sie hat mich darin bestärkt, dass seine größte Kraft für mich in seiner Einfachheit liegt.
Während meiner Recherche begegnete ich einer erstaunlichen Vielfalt. Neben den traditionellen Reiki-Linien entstanden im Laufe der Jahre immer neue Systeme, zusätzliche Grade, weitere Symbole und Kombinationen mit den unterschiedlichsten spirituellen Traditionen.
Reiki wurde mit Engelenergien, Kristallen, Schamanismus, Runen, Farben, Chakren oder den verschiedensten Meditationsformen verbunden. Manche Systeme ergänzten Reiki um neue Symbole, andere um weitere Einweihungsgrade oder völlig neue Rituale. Aus den ursprünglich wenigen Reiki-Graden wurden in manchen Richtungen zehn, zwölf oder sogar noch mehr.
Je tiefer ich recherchierte, desto deutlicher wurde mir, wie kreativ und vielfältig sich Reiki im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat. Gleichzeitig wuchs in mir eine andere Frage:
Braucht Reiki all diese Erweiterungen überhaupt?
Je länger ich mich mit den unterschiedlichen Reiki-Systemen beschäftigte, desto mehr rückte für mich etwas anderes in den Mittelpunkt.
Nicht die Frage, welches System die meisten Symbole besitzt.
Nicht die Anzahl der Grade.
Nicht immer neue Techniken oder Rituale.
Mich faszinierte vielmehr, wie vollständig das ursprüngliche Usui-Reiki bereits war.
Je mehr ich darüber lernte, desto stärker wuchs in mir die Überzeugung, dass seine Kraft gerade in seiner Schlichtheit liegt.
Meine Recherche führte mich deshalb nicht weg von den Wurzeln – sie führte mich mit noch größerer Überzeugung zu ihnen zurück.
Zurück zum Wesentlichen.
Während meiner Recherche wurde mir immer deutlicher, dass das ursprüngliche Reiki weit mehr war als eine Methode des Handauflegens.
Für Mikao Usui gehörten Meditation, die fünf Lebensregeln, die tägliche Selbstbehandlung und die persönliche Entwicklung selbstverständlich dazu. Reiki war kein Werkzeug, das man bei Bedarf anwendete, sondern ein Weg, der den ganzen Menschen einbezog.
Vielleicht hat mich genau das so berührt.
Denn je mehr ich mich mit den Ursprüngen beschäftigte, desto weniger hatte ich das Gefühl, dass dem Usui-Reiki etwas fehlt. Im Gegenteil: Ich entdeckte eine erstaunliche Tiefe in seiner Schlichtheit.
Mir wurde bewusst, dass Tiefe nicht durch das Hinzufügen immer neuer Methoden entsteht, sondern durch das Eintauchen in das Wesentliche. Nicht darin, immer neue Wege zu suchen, sondern einen Weg mit offenem Herzen, Geduld und Hingabe zu gehen.
Auch heute fühle ich mich noch längst nicht am Ziel dieses Weges. Und vielleicht liegt genau darin seine größte Stärke. Reiki lädt mich immer wieder ein, zum Wesentlichen zurückzukehren – die Hände aufzulegen und die Energie wirken zu lassen. Und gerade darin entdecke ich bis heute immer wieder Neues.
Vielleicht ist genau das Meisterschaft: nicht irgendwann angekommen zu sein, sondern bereit zu bleiben, immer weiter zu lernen und zu wachsen.
Es gibt viele Wege, Reiki zu praktizieren und weiterzugeben. Ich freue mich über jeden Menschen, der den Weg zu Reiki findet – ganz gleich, in welchem System er eingeweiht wurde. Denn letztlich wünsche ich mir vor allem eines: dass möglichst viele Menschen die Kraft der universellen Lebensenergie erfahren und für sich nutzen.
Mein eigener Weg hat mich zu den Wurzeln des traditionellen Usui-Reiki geführt – für mich Reiki in seiner ursprünglichen Form.
Gerade seine Schlichtheit macht es möglich, Reiki nicht als selbstverständlichen Teil meines Alltags zu leben.
Reiki darf einfach sein. So einfach, dass es nicht nur einen Platz im Seminarraum hat, sondern mitten im Leben.
Deshalb vermittle ich in meinen Seminaren bewusst nicht möglichst viele Techniken oder Rituale. Mir ist wichtiger, dass Menschen lernen, der Reiki-Energie zu vertrauen, sie regelmäßig für sich selbst zu nutzen und ihren ganz persönlichen Weg mit Reiki zu finden.
Denn ich bin überzeugt: Reiki entfaltet seine Tiefe nicht dadurch, dass wir immer neue Techniken oder Rituale suchen. Es genügt, der Energie zu vertrauen, sie wirken zu lassen und offen zu sein für das, was sich auf dem eigenen Weg zeigen möchte.
Genau diese Erfahrung möchte ich den Menschen ermöglichen, die ich auf ihrem Reiki-Weg begleiten darf.
Vielleicht gilt das nicht nur für Reiki.
Auch unser Alltag wird immer voller. Immer schneller. Immer komplexer.
Oft suchen wir nach neuen Lösungen, neuen Methoden oder noch mehr Wissen. Dabei liegt die größte Kraft manchmal nicht im Mehr, sondern im Wesentlichen.
Vielleicht brauchen wir nicht immer etwas Neues.
Vielleicht genügt es, für einen Moment innezuhalten.
Tief durchzuatmen.
Zu vertrauen.
Und wahrzunehmen, was sich zeigen möchte.

In diesem Blog teile ich Wissenswertes über das traditionelle Usui Reiki, spirituelle Impulse und Gedanken, die den Alltag mit mehr Achtsamkeit, Vertrauen und innerer Verbundenheit bereichern können.
Jeder Lichtblick ist eine Einladung zum Innehalten. Vielleicht begleitet Sie der eine oder andere Gedanke ein Stück auf Ihrem Weg.

Die beste Zeit
bei dir selbst anzukommen
ist jetzt.
ICH FREUE MICH AUF DICH
Bei Fragen oder zur Terminvereinbarung
bin ich gerne für dich da.
© 2026 Dr.rer.nat. Petra Tielen