
Bild von Petra Tielen: Engel der Erkenntnis auf Leinwand
„Manchmal führt uns das Leben über Umwege genau dorthin, wo wir uns selbst begegnen können.“
Meistens verstehen wir erst mit etwas Abstand, was eine Erfahrung in uns bewegt und verändert hat. Etwas, was uns zunächst vielleicht verletzt, verunsichert oder aus der Bahn geworfen hat, kann später zu etwas werden, an dem wir gewachsen sind.
Vielleicht wurden alte Muster sichtbar, die uns schon lange begleitet haben. Vielleicht haben wir bemerkt, welche Bedürfnisse wir immer wieder zurückgestellt oder welche Grenzen wir zu lange überschritten haben. Oder wir haben Seiten an uns entdeckt, die bisher kaum Raum bekommen haben, wir vielleicht gar nicht kannten.
Manche Erfahrungen bringen uns deshalb nicht nur mit dem Leben, sondern auch mit uns selbst in Kontakt.
Und manchmal entsteht daraus eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist:
Wer bin ich eigentlich?
Nicht, was andere von mir erwarten.
Nicht, wer ich gelernt habe zu sein.
Nicht, welche Rolle ich im Leben übernommen habe.
Sondern: Wer bin ich, wenn ich immer mehr bei mir selbst ankomme?
Diese Frage lässt sich nicht in einem einzigen Moment beantworten. Vielleicht verändert sich die Antwort sogar immer wieder. Denn auch wir verändern uns. Was früher richtig für uns war, muss heute nicht mehr passen. Was wir einmal gebraucht haben, dürfen wir irgendwann loslassen. Und etwas, das lange verborgen war, darf plötzlich sichtbar werden.
So wird der Weg zu uns selbst zu einem Prozess: Wir lernen uns immer besser kennen, verstehen unsere Reaktionen und Bedürfnisse und beginnen vielleicht auch zu erkennen, was wir wirklich wollen und brauchen.
Auch hier ist Reiki für mich ein Wegbegleiter.
Wenn ich mir Reiki gebe, werde ich stiller. Der Alltag tritt für einen Moment in den Hintergrund. Ich muss nichts leisten, nichts darstellen und niemandem etwas beweisen. Ich muss keine Erwartungen erfüllen und auch keine Antworten finden.
Ich darf einfach da sein.
Und gerade in dieser Stille entsteht Raum, mich selbst wieder wahrzunehmen. Nicht nur das, was im Außen gerade von mir verlangt wird, sondern das, was in mir selbst geschieht.
Was beschäftigt mich wirklich?
Was tut mir gut?
Was fühlt sich für mich stimmig an – und was nicht mehr?
Wo sage ich vielleicht „Ja“, obwohl ich eigentlich „Nein“ meine?
Was möchte ich loslassen?
Und was möchte ich in meinem Leben wieder mehr Raum geben?
Reiki gibt mir darauf keine fertigen Antworten. Es sagt mir nicht, wer ich bin oder wer ich sein soll.
Aber es schafft einen Raum, in dem ich mir selbst begegnen und meine eigenen Antworten besser hören kann.
Manchmal ist es nur ein Gefühl, das während einer Reiki-Selbstbehandlung auftaucht. Ein Gedanke, der plötzlich klarer wird. Eine Erinnerung, die sich anders anfühlt als früher. Oder einfach die Erkenntnis: Das tut mir gut. Davon möchte ich mehr in meinem Leben.
Vielleicht beginnt Selbsterkenntnis genau dort – in diesen stillen Momenten, in denen wir aufhören, nur zu funktionieren, und anfangen, uns selbst wieder zuzuhören.
Selbsterkenntnis bedeutet für mich nicht, irgendwann alles über mich zu wissen. Wahrscheinlich ist das gar nicht möglich – und vielleicht wäre es auch gar nicht wünschenswert.
Für mich bedeutet Selbsterkenntnis vielmehr, neugierig auf mich selbst zu bleiben und immer wieder genauer hinzuschauen. Zu verstehen, warum ich auf bestimmte Situationen reagiere, wie ich reagiere. Zu erkennen, welche Erfahrungen mich geprägt haben und welche Muster daraus entstanden sind. Und vielleicht auch zu bemerken, dass manche Überzeugungen, die mich lange begleitet haben, heute gar nicht mehr zu meinem Leben passen.
Manchmal gehört dazu, sich selbst Fragen zu stellen, die nicht immer angenehm sind: Warum fällt mir etwas so schwer? Warum sage ich Ja, obwohl ich eigentlich Nein meine? Wo passe ich mich an, obwohl ich mich dabei selbst verliere? Was brauche ich wirklich – und erlaube ich mir auch, dafür einzustehen?
Dazu gehört auch, ehrlich auf die eigenen Ängste, Bedürfnisse und Grenzen zu schauen. Nicht, um sich dafür zu verurteilen, sondern um sich selbst besser zu verstehen. Und vielleicht gehört genau dazu auch, Mitgefühl mit sich selbst zu entwickeln – mit den eigenen Schwächen, den alten Mustern und auch mit den Teilen von uns, die wir bisher vielleicht nicht so gerne angesehen haben.
Denn je besser ich mich kennenlerne, desto bewusster kann ich entscheiden, wie ich leben möchte. Was mir guttut. Was ich verändern möchte. Und was vielleicht einfach zu mir gehört und angenommen werden möchte.
Selbsterkenntnis bedeutet für mich deshalb nicht, eine perfekte Version von mir zu finden.
Es bedeutet, mir selbst immer wieder wirklich zu begegnen – mit Offenheit, Ehrlichkeit und Mitgefühl.
Vielleicht führt genau diese Selbsterkenntnis irgendwann zu einer weiteren, noch wichtigeren Frage:
Wer möchte ich sein?
Nicht im Sinne eines perfekten Bildes, dem ich entsprechen muss. Sondern als bewusste Entscheidung darüber, wie ich mein Leben gestalten und wie ich mir selbst und anderen begegnen möchte.
Wie möchte ich mit mir selbst umgehen?
Was ist mir wirklich wichtig?
Was brauche ich?
Welche Werte möchte ich leben?
Was möchte ich bewahren – und was darf sich verändern?
Wir sind nicht festgelegt auf das, was wir einmal gelernt haben. Unsere Erfahrungen prägen uns, aber sie müssen nicht für immer bestimmen, wie wir leben. Wir dürfen uns weiterentwickeln, neue Seiten an uns entdecken und manchmal auch feststellen, dass wir nicht mehr die Menschen sein möchten, die wir einmal waren.
Vielleicht gehört zum Erwachsenwerden deshalb auch, immer wieder neu zu entscheiden, was wirklich zu uns gehört – und was wir irgendwann übernommen haben, ohne es je bewusst zu wählen.
Reiki kann diesen Prozess begleiten.
Nicht, indem es uns vorgibt, wer wir sein sollen. Und auch nicht, indem es uns fertige Antworten gibt. Sondern indem es uns immer wieder einen Raum schenkt, in dem wir still werden, uns selbst wahrnehmen und unserer eigenen inneren Stimme begegnen können.
So kann aus Selbsterkenntnis nach und nach etwas Neues entstehen: die Freiheit, bewusster zu entscheiden, wer ich sein und wie ich leben möchte.
Vielleicht müssen wir gar nicht wissen, wer wir am Ende unseres Weges sein werden.
Vielleicht reicht es, uns selbst immer wieder ehrlich zu begegnen und zu entscheiden, wer wir jetzt sein wollen.
Manchmal zeigt uns eine Erfahrung etwas über uns. Manchmal ein Mensch. Manchmal eine Krise. Und manchmal ist es ein stiller Moment mit uns selbst, in dem plötzlich etwas klarer wird.
Reiki schenkt mir solche Momente. Momente, in denen ich innehalten, lauschen und mich selbst wieder wahrnehmen kann.
Und vielleicht ist genau das der Lichtblick:
Ich muss nicht heute schon wissen, wer ich sein werde.
Ich darf mich selbst Schritt für Schritt entdecken und immer wieder neu entscheiden, wer ich jetzt sein möchte.
Auf meinem Weg zu mir selbst.

In diesem Blog teile ich Wissenswertes über das traditionelle Usui Reiki, spirituelle Impulse und Gedanken, die den Alltag mit mehr Achtsamkeit, Vertrauen und innerer Verbundenheit bereichern können.
Jeder Lichtblick ist eine Einladung zum Innehalten. Vielleicht begleitet Sie der eine oder andere Gedanke ein Stück auf Ihrem Weg.

Die beste Zeit
bei dir selbst anzukommen
ist jetzt.
ICH FREUE MICH AUF DICH
Bei Fragen oder zur Terminvereinbarung
bin ich gerne für dich da.
© 2026 Dr.rer.nat. Petra Tielen